Tiertransporte in die Türkei: Hungrige Schafe leiden unter viel zu langen Wartezeiten am Zoll

Animals' Angels ist mit zwei Teams im Einsatz an der bulgarisch-türkischen Grenze. Neben unzähligen Bullen und Färsen werden auch viele Schafe aus der EU in die Türkei transportiert. Ein solcher Tiertransport führt uns einmal mehr sehr deutlich vor Augen, wie unvorhersehbar Geschehnisse innerhalb dieses Handels sind. Selbst wenn vermeintlich alle Vorkehrungen getroffen wurden, um die Tiere zumindest gesetzeskonform zu transportieren, kommt es immer wieder zu Zwischenfällen – meist mit schlimmen Folgen für die Tiere.

Als wir die Schafe kurz vor der bulgarisch-türkischen Grenze zum ersten Mal treffen, sehen sie überraschend gut aus. Sie haben Platz und saubere Einstreu. Ihr Endziel ist noch 700 km entfernt. Man könne also davon ausgehen, dass sie in zehn Stunden dort ankommen, abgeladen werden und ruhen können.

Doch dem ist nicht so. Aus uns unbekannten Gründen sind sie am nächsten Tag abends noch immer innerhalb der türkischen Grenze. Sie haben nun bereits eingefallene Flanken – das heißt ihre Mägen sind leer – und sie sind hungrig. Am nächsten Tag finden wir sie auf einem Zollgelände in der Nähe von Istanbul. Noch immer stehen sie auf dem Transporter, der in der größten Mittagshitze in der prallen Sonne zwischen Gütertransportern geparkt ist.

Mittlerweile sehen sie nicht mehr gut aus: ihre Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen zeugen von Apathie, sichtlich erschöpft liegen und stehen sie auf einem dreckigen, nassen Untergrund aus Exkrementen. Kurz nach unserer Ankunft geht ihr Transport weiter. Wann sie schließlich das Endziel erreicht haben, wissen wir leider nicht. Doch es bekräftigt deutlich, dass unsere Anwesenheit hier wichtig ist und das immense Leiden der Tiere auf diesen langen Strecken immer wieder dokumentiert und den Behörden vor Augen geführt werden muss – die doch immer so gerne sagen, dass alles in Ordnung sei.


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