Tiertransporte nach Italien: Pferde länger unterwegs als gesetzlich erlaubt

Ein Team von Animals’ Angels ist an der West- und Ostgrenze Italiens, um Tiertransporte aus Spanien, Frankreich und Ost-Europa zu kontrollieren. Über die Grenze im Westen kommen hauptsächlich Transporte mit Rindern zur Schlachtung oder Mast nach Norditalien. Sie fahren meistens bei Nacht. Viele der Fahrzeuge wirken überladen, besonders die mit schweren Bullen an Bord.

Wir halten Ausschau nach Pferde-Transporten – deren Anzahl über die letzten 10 Jahre seit Inkrafttreten der EU-Tierschutz-Transportverordnung 01/2005 immer mehr abgenommen hat – und finden einen Transport aus Polen.

Im Inneren sieht es genau so aus, wie vor vielen Jahren: Die Pferde sind mit Seilen an den Seitenstangen des LKW angebunden. Das ist sogar legal, solange die Tiere den Kopf dabei auf und ab bewegen können. Wir finden jedoch kein Tränksystem an Bord. Pferde sollten mindestens alle viereinhalb Stunden Wasser bekommen, um Dehydrierung zu verhindern, insbesondere auf solch langen Strecken.

Die Tiere werden in abgetrennten Abteilen transportiert. Links und rechts haben sie jedoch kaum Platz und berühren die Trennwände. Die Luftzirkulation ist damit eingeschränkt. Sie schwitzen, wiehern und scharren mit den Hufen am Boden und den Seitenstangen des Fahrzeugs. Die Enge und die Fixierung an einer Stelle, die sie schon den ganzen Tag erdulden müssen, scheint ihnen sichtlich zu schaffen zu machen.

Die Tiere fahren bis nach Kalabrien im Süden Italiens. Insgesamt dauert die Route länger als gesetzlich erlaubt. Wir fordern die Veterinärbehörden in Polen und Italien dazu auf, den Fall nachträglich zu prüfen. Ebenso wie die gewählte Route, auf der, sofern keine Pause eingelegt wird, die erlaubte Transportzeit nicht eingehalten werden kann.

Zwar gehen Pferdetransporte über lange Strecken als einzige immer weiter zurück, aber die Strecken für die Tiere bis zur Schlachtung sind weiterhin enorm.