Trotz aller Warnungen: Zahlreiche Tiertransporte bei bis zu 40 °C in Griechenland unterwegs

Während der heißen Sommertemperaturen kontrolliert ein Team von Animals’ Angels Tiertransporte auf der Route von Rumänien nach Griechenland.

Bereits im November 2018 hatte das griechische Landwirtschaftsministerium offen erklärt, dass es im Sommer nicht auf den Import lebender Tiere verzichten könne. Auch das rumänische Landwirtschaftsministerium erklärte, dass Wirtschaft und Profit an erster Stelle stünden – auch auf Kosten der Tiere. In ähnlicher Weise hat Rumänien kürzlich den Appell eines EU-Kommissars ignoriert, Tiertransporte per Schiff in den Nahen Osten im Sommer aufgrund extremer Temperaturen einzustellen.

Auch Animals’ Angels hat die rumänischen Behörden mehrfach gewarnt, die Transporte nach oder über Griechenland im Sommer auszusetzen. Darüber hinaus haben wir die griechischen Behörden ersucht, an der Grenze Kontrollen durchzuführen und Tiertransporte abzuweisen, um damit ein starkes Signal an Rumänien zu senden.

Zurück auf der Route zwischen Rumänien und Griechenland messen wir tagsüber in Nord- und Zentralgriechenland bis zu 40 °C. Trotz dieser Tatsache und aller Warnungen finden wir 11 Tiertransporte, die nach Griechenland oder über Griechenland nach Albanien unterwegs sind.

Diesmal ist unser Einsatz schwieriger denn je: Die Lkw-Fahrer reagieren aggressiv auf uns, nicht nur verbal, sondern auch physisch. Sie wollen nicht, dass wir in die Nähe ihrer Lastwagen kommen und sehen, wie die Tiere mit der Hitze kämpfen. Wir müssen ständig bereit sein und darauf warten, dass sie an der Grenze oder an Mautstellen anhalten und buchstäblich aus unseren Autos springen, um schnell einen Blick in die Lkw zu werfen.

Seit 2017 fordern wir die rumänischen Veterinärbehörden auf, weniger Tiere in den Lkw zu transportieren und angemessene Einstreu zu verwenden. Wir haben darum gebeten, Transporte bei extremen Temperaturen im Winter und Sommer auszusetzen. Wir haben ihnen die Namen von Transportunternehmen genannt, die gegen die Gesetze verstoßen. Wir haben Teillösungen angeboten, die nicht per se alle Transporte stoppen – wie wir es eigentlich gerne fordern würden.

Dennoch sehen wir keine Verbesserungen. Trotz EU-Gesetzen und Guidelines, die für Millionen von Euro entwickelt wurden, gehen die Transporte auch bei diesen Temperaturen weiter. Schutz gibt es für die Tiere auf dieser Route nicht.

Stattdessen dokumentieren wir Transporte mit Lämmern, die den ganzen Tag in der Hitze des griechischen Sommers fahren – weil uninformierte Touristen den Fleischkonsum während der Ferien steigern. Und weil die griechische Regierung keine Alternative zu den Tiertransporten finden will.

Die ‚schlechten Angewohnheiten‘ der Transporteure gehen ungehindert weiter: In den Transporten finden wir viel zu viele Tiere, im Schmutz, die mit wenig oder gar keinem Wasser über weite Strecken in der sengenden Sonne transportiert werden.

Wir rufen die Grenzpolizei und Veterinärbehörden in Griechenland an, damit sie bestimmte Transporte anhalten und konkrete Maßnahmen ergreifen, um den Tieren zu helfen – doch vergeblich.

Aber wir lassen uns nicht entmutigen und kämpfen weiter. Auch in Zukunft sind wir wieder vor Ort bei den Tieren, sammeln Beweise und bezeugen ihr Leid. Wir fordern, dass die EU endlich ein Verfahren gegen Rumänien einleitet und die EU-Gesetze im Sinne der Tiere überarbeitet.

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