Überladener Pferdetransport zeigt Gleichgültigkeit vieler spanischer Amtstierärzte

Animals’ Angels kontrolliert einen Tiertransport mit Pferden auf der Strecke von Spanien über Frankreich nach Italien. Es regnet in Strömen. Beim Halt an einer französischen Mautstation schauen wir in müde Kindergesichter: 31 Fohlen sind auf dem Lkw und zwei erwachsene Pferde. Die Tiere stehen dicht gedrängt, viele mit durchnässtem, verfilztem Fell.

Der Transport verstößt mehrfach gegen die Vorschriften für Tiertransporte: Unter anderem ist das Fahrzeug vollkommen überladen, die Tiere sind nicht wie vorgeschrieben in Einzelständen untergebracht und es gibt kein automatisches Tränksystem. In Italien verständigen wir deswegen die Polizei. Leider sind aber weder die Polizeibeamten noch der hinzugezogene Amtstierarzt in der Begutachtung von Tiertransporten geschult, so dass sich die Kontrolle über mehrere Stunden hinzieht.

Inzwischen sind die Pferde vollkommen erschöpft. Trotz Lärm, Menschen, Autos, Licht von Taschenlampen und Fotoblitzen schlafen einige. Viele wirken apathisch mit hängenden Köpfen, sie reagieren kaum noch darauf, was um sie herum geschieht. Wir hoffen, dass keines der Tiere sich hinlegt, denn in der Enge wäre es fast unmöglich für sie, wieder aufzustehen.

Die Polizei verhängt gegen den Transporteur schließlich eine Strafe von 2.000 EUR und er darf zum Zielort bei Venedig weiterfahren. Esteban und die 32 anderen Pferde haben noch rund sechs Stunden vor sich, bevor sie endlich ausruhen dürfen.

Dieser Fall zeigt erneut die Inkompetenz oder die Gleichgültigkeit vieler spanischer Amtstierärzte. Niemals hätte der Transport in Spanien so abgefertigt werden dürfen. Wir sind wütend und enttäuscht. Gemeinsam mit der spanischen Organisation Anda setzen wir uns weiter dafür ein, dass die Veterinärämter keine illegalen Transporte mehr abfertigen.

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