Projektleitung

Pradeep K, Gründer VSPCA  Krisna Veni, CRPI Einsatzteam  Sri Devi, CRPI Einsatzteam

Pradeep K., Gründer VSPCA
Krishna Veni, Einsatzteam
Sri Devi, Einsatzteam

Kuhhaltung in Indien

Animals' Angels besucht zahlreiche Dörfer im Bundesstaat Andra Pradesh. Nahezu jeder Haushalt hält Kühe. Meist zwei oder drei erwachsene Tiere und einige Kälber. Die Tiere leben mit den Familien unter einem Dach oder in einem ange- bauten Unterstand. Tagsüber werden die Kühe auf umliegende Wiesen getrieben, wandern auf Futtersuche durch das Dorf oder sind vor dem Haus zusammen mit ihren Kälbern an einen Pfosten gebunden.

Das morgendliche und abendliche Melken folgt einem Ritual: zunächst trinkt das Kalb bei der Mutter, dann melkt der Landwirt die Milch in einen Eimer. Die indischen Kleinbauern sind fest überzeugt, dass eine Kuh nur dann Milch gibt, wenn sie ihr Kalb um sich hat.

Wenn eine Kuh alt ist oder wenn eine Familie männliche Kälber hat, für die sie keine Verwendung sieht, werden die Tiere verkauft. Davor, welches Schicksal diese Tiere erwartet verschließen die Familien die Augen. Sie reden sich und anderen ein, dass die Tiere in einem Goshala (= Gnadenhof) landen oder zumindest bei einem anderen Landwirt, um auf dem Feld zu arbeiten.

Auch Indien setzt immer mehr auf leistungsorientierte Großbetriebe

Noch gibt es nur wenige große Milchbetriebe in Indien. In einem der Betriebe, die wir besuchen, werden 500 Rinder gehalten. Das ist für indische Maßstäbe riesig. Im Gegensatz zu den Kleinbauern erinnert dieser Betrieb an westlich geprägte, konventionelle Landwirtschaft. Hier wird auf Ertrag und Effizienz geachtet. Stolz zeigt man uns einige Kühe, die mit ihren Milchleistungen von 22 Litern Preise gewonnen haben.

Rund die Hälfte der Tiere sind indische Milchrinderrassen mit Einkreuzungen von Jersey und Holstein Kühen, die restlichen Tiere sind Büffel. Die Tiere stehen auf nacktem Beton und die meisten von ihnen sind an einem kurzen Strick angebunden. Eine Kuh, wir nennen sie Kasara, ist schwach und mager. Sie liegt am Boden.

An die Vorstellung, dass Kühe nur Milch geben wenn sie mit ihren Kälbern zusammen sind, glaubt hier niemand. Wie in deutschen Milchbetrieben werden die Kälber getrennt von den Kühen aufgezogen und der männliche Nachwuchs wird zum Schlachten verkauft.