Projektleitung

Pradeep K, Gründer VSPCA  Krisna Veni, CRPI Einsatzteam  Sri Devi, CRPI Einsatzteam

Pradeep K., Gründer VSPCA
Krishna Veni, Einsatzteam
Sri Devi, Einsatzteam

Tempelkälber in Indien

Gläubige Hindus, die sich Kühe zur Milchproduktion halten, stecken in einer moralischen Zwickmühle: Für die Milchproduktion müssen ihre Kühe jährlich ein Kalb bekommen. Ihr Glaube untersagt ihnen jedoch, ihre männlichen Kälber zum Schlachten zu verkaufen.

Jeden Samstag bringen zahlreiche Bauern ihre „überflüssigen“ Kälber zum Tempel Simhachalam, nordöstlich von Visakhapatnam. Die Landwirte übergeben ihre Tiere in die Obhut des Tempels. Insgesamt werden jedes Jahr rund 10.000 Kälber abgegeben. Die Gläubigen kommen mit ihren Kälbern zu Fuß, im Auto oder per Rikscha. Vor uns parkt ein Geländewagen, in dem neben einer 8-köpfigen Familie auch ein Kalb notdürftig Platz finden musste.

Das Gotteshaus liegt auf einem Hügel. Eine Treppe von 1.000 Stufen führt hinauf. Die Tiere sind mit Blumen und Farben geschmückt. Unter lautem Gesang werden sie die Stufen hinauf getrieben, geschoben und geschleppt. Viele der Kälber sind noch sehr jung. Bei Kalito, einem sehr kleinen Bullenkalb, hängt noch die Nabelschnur am Bauch.

Überall Menschen. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Für die Tiere ist das anstrengend und stressig. Sie leiden bereits beim Anstieg zum Tempel. Erschöpft kommen die Tiere nach dem beschwerlichen Aufstieg am Tempel an. In der prallen Sonne, ohne Futter oder Wasser werden sie angebunden.

Was passiert mit den übergebenen Kälbern?

Alle paar Stunden beobachten wir einen Lastwagen, der auf dem Tempelvorplatz rangiert. Männer beginnen, die Kälber auf den Lkw zu laden. Die jungen Tiere sind erschöpft von den Treppen, der Hitze, dem Mangel an Futter und Wasser. Immer wieder knicken die Tiere ein. Die Männer zerren sie an den Stricken wieder auf die Beine und schlagen sie mit Stöcken. 

Diese Szenen spielen sich vor den Augen der Gläubigen ab. Der Lkw parkt vor einem Gebäude, in dem es Speisen und Getränke zu kaufen gibt. Dieselben Menschen, die heute Morgen unter Gesängen ihre blumengeschmückten Kälber zum Tempel gebracht haben, beobachten nun tatenlos wie ihre Tiere brutal verladen werden. Später erfahren wir in einem Gespräch, dass es im Hinduismus darum ginge, sich selbst nichts zu Schulden kommen zu lassen. Die Bauern haben am Morgen ihre Pflicht getan – was nun mit ihren Tieren geschieht, scheint sie nicht mehr zu interessieren.

Vom Tempel werden die Tiere in ein nahegelegenes Dorf gebracht. Einige Kälber liegen inzwischen erschöpft auf der Ladefläche des Lkw. Während der Entladung werden sie hochgehoben und vom Lkw geworfen.

Wenige Tage später geht die Odyssee der Tiere weiter. Sie werden über Zwischenhändler weiterverkauft und landen schließlich im Schlachthof.

Gemeinsam mit unserem Partner haben wir den grausamen Abtransport der Tempelkälber gestoppt!