Projektleitung

Pradeep K, Gründer VSPCA  Krisna Veni, CRPI Einsatzteam  Sri Devi, CRPI Einsatzteam

Pradeep K., Gründer VSPCA
Krishna Veni, Einsatzteam
Sri Devi, Einsatzteam

Tiertransporte in Indien: strenge Vorgaben...

In Indien gibt es umfassende Gesetze zum Schutz von Tieren beim Transport. Indiens Gesetze sind fortschrittlich – und um ein Vielfaches strenger als in Europa. Auf einem LKW dürfen z.B. nur maximal 6 erwachsene Rinder transportiert werden und zwar jeweils in Einzelabteilen. In Europa sind für ein Rind auf einem LKW offiziell gerade einmal 1,5 m² vorgesehen und auf einem großen LKW werden über 30 Tiere gemeinsam transportiert.

... tierquälerische, grausamste Transportpraxis

Während unseres Einsatzes besuchen wir zwei Rindermärkte in Andra Pradesh. Nahezu täglich findet ein solcher Markt in den umliegenden Dörfern statt. Hier werden Kühe, die nicht mehr genügend Milch geben, alte Bullen, deren Leistung bei der Feldarbeit nicht mehr ausreicht, oder männliche Kälber, für die aus Sicht der Milchbauern keine Verwendung besteht, zum Verkauf angeboten.

Auf den Dörfern werden die Tiere von Zwischenhändlern aufgekauft. Schon der Transport zum Markt ist für die Tiere strapaziös. Manche Rinder werden zu Fuß zu den Märkten getrieben und sind tagelang unterwegs. Während des langen Marsches werden die Tiere kaum mit Wasser oder Futter versorgt. Andere werden auf abenteuerliche Weise in den verschiedensten Transportmitteln antransportiert – allesamt gänzlich ungeeignet für den Transport von Rindern. Als wir am Markt ankommen sehen wir drei Büffelkälber, die eingezwängt auf der Rückbank einer Auto-Rikscha zum Markt gebracht wurden.

Die meisten Tiere am Markt stehen den ganzen Tag angebunden in der prallen Sonne. In wenigen Fällen können wir beobachten wie ihnen zumindest Heu angeboten wird. Wasser bekommen sie nicht. Auf dem Markt werden die Tiere höchstbietend verkauft und auf Lkw verladen. Für einen Großteil der Tiere ist das Ziel der Schlachthof.

Die Verladungs- und Transportpraktiken der "Schlacht"tiere sind an Brutalität kaum zu überbieten. Die Tiere werden stehend nebeneinander auf die Ladefläche gedrängt und mit Seilen fixiert, dass keinerlei Bewegung möglich ist.

Noch schlimmer sind die Transporte, auf denen die Tiere in die Knie gezwungen und am Boden liegend festgebunden werden. Mit Stöcken werden die Tiere geschlagen und gestoßen, auch auf empfindlichste Körperteile. Die mächtigen Büffel zittern am ganzen Körper und urinieren aus Angst und Stress. Oftmals sind bei den Tieren die Hörner so lang, dass sie mehr Platz um sich herum bräuchten, um sich nicht gegenseitig zu verletzen. Die Hörner – ein gut durchbluteter und mit Nerven durchsetzter Körperteil – werden deshalb kurzerhand abgesägt.

Die Tiere haben eine 24 stündige Fahrt zum Schlachthof in Hyderabad vor sich. Es ist nicht davon auszugehen, dass auch nur eins der Kälber oder Kühe bei ihrer Ankunft im Schlachthof noch in der Lage sein wird, wieder aufzustehen und vom Transporter zu laufen.