Unser Projekt: Tiertransporte, Tiermärkte, Haltungen und Schlachtungen in Katar

Die Halbinsel Katar liegt im Mittleren Osten und grenzt an den Persischen Golf und Saudi Arabien. Die kleine Wüstennation erstreckt sich über 11.586 km² und ist vielerorts unfruchtbar und verödet. Das Klima ist subtropisch, der Jahresniederschlag gering und die Sommer heiß und schwül mit einer durchschnittlichen Temperatur von 42°C, wobei Temperaturen bis 50°C keine Seltenheit sind.

Katar besitzt nur wenig anbaufähiges Land, weshalb die landwirtschaftliche Produktion nur 1% des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Zu den landwirtschaftlichen Erzeugnissen gehören Gemüse, Getreide, Obst (z.B. Datteln) Eier, Milchprodukte sowie eine landeseigene "Geflügelproduktion".

Trotz des merklichen Anstiegs der landwirtschaftlichen Produktion im Verlauf der letzten 20 Jahre ist Katar hauptsächlich auf den Import von Lebensmitteln angewiesen, wie z.B. den Import von lebenden Tieren zur Herstellung von Lebensmitteln oder zum Zweck der Züchtung. Lebende Tiere, darunter hauptsächlich Schafe, machen etwa 10% aller Importe nach Katar aus. Aber auch Ziegen, Rinder und Kamele werden u.a. aus Australien, verschiedenen afrikanischen Ländern sowie, in kleinerem Maßstab, aus Europa importiert.

Die typische "Nutz"tierherde in Katar besteht aus Kamelen, Schafen, Ziegen, Kühen und Geflügel. Nur eine einzige Firma im Land produziert "Mast"hühner und Eier und deckt damit etwa 20% des nationalen Bedarfs. Sämtliche Tierhaltungen werden von der katarischen Regierung stark unterstützt, z.B. durch Subventionen auf Futtermittel, freie tierärztliche Versorgung und medizinische Güter.

Bisher gibt es in Katar keine spezifische Tierschutzgesetzgebung. Die Länder des Golf-Kooperationsrat, zu denen Katar gehört, arbeiten derzeit an einer  gemeinsamen Gesetzgebung und die katarische Regierung ist zuversichtlich, dass diese bald in Kraft treten wird. Leider ist das aber aufgrund der derzeitigen politischen Situation innerhalb des Golf-Kooperationsrates fraglich.

Katar ist Mitglied der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und hat sich damit den OIE-Tierschutzstandards verpflichtet. Obwohl Katar diesen Standards bislang in vielen Bereichen noch nicht entspricht, ist doch ein deutlicher Wille spürbar, die Situation zu verbessern. So wurde bspw. eine eigene Abteilung für Tierschutz- und Umweltrecht im Amt für Strafverfolgung eingerichtet. Darüber hinaus hat Katar Anordnungen erlassen, um die Situation auf dem berüchtigten "Souk  Waqif" zu verbessern, inkl. eines Verkaufsverbots von Katzen und Hunden.

Auch wenn der Schutz von "Nutz"tieren in Katar noch nicht thematisiert wurde, bieten sich die Grundlagen für eine positive Entwicklung.

Was wir in Katar erreichen wollen:

  • Die besten Tierschutzstandards für eines der reichsten Länder der Welt

Bildergalerie

Verladung von Schafen, Abu Hanmour Market
Kamelställe
Entladung eines Kameltransports
Geflügel auf Tiermarkt
Rindertransport
Kamelfarm
Ziegentransport
Renntraining in Shahanyia
Rindertransport, Abu Hanmour Market
Renntraining in Shahanyia
"Milch"kuhhaltung
Versorgung eines kranken Schafes