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22.12.2016 | Tiermarktkontrolle in Tecuci


Tiermarktkontrolle in Tecuci, Rumänien

Im Rahmen unseres Weihnachts-Einsatzes kontrollieren wir den Tiermarkt in Tecuci, Rumänien. Der Markt findet jeden Donnerstag statt und hat eine Genehmigung für den Verkauf von lebenden Tieren. Die Gemeindeverwaltung hat einen Zaun um das Areal gezogen sowie eine Rampe und kleine überdachte Pferche errichtet. Am Eingang prüft ein Veterinär die Papiere der Tiere und ein weiterer Mitarbeiter sammelt das Eintrittsgeld ein. Ein Schild ermahnt die Besucher, Tiere gemäß der Gesetzgebung in sicheren Fahrzeugen zu transportieren und gewaltfrei zu behandeln.

Das Areal für den Verkauf von Tieren befindet sich in der hintersten Ecke des Marktes. Dort angekommen, sind die Tiere den Händlern ausgeliefert und niemand überprüft mehr, was passiert. Ein kleines Schild weist darauf hin, dass der Verkauf von Schweinen verboten ist – während um uns herum etwa 70 Schweine aus den Fahrzeugen der Händler heraus zum Kauf angeboten werden. Einige Kälber und Kühe sind viel zu kurz an der mobilen Rampe angebunden. Sie können sich nicht hinlegen und ausruhen.

Als mehr Käufer auf den Markt strömen wird die Stimmung deutlich angespannter. Die Schreie der Schweine sind ständig zu hören, sie werden am schlechtesten behandelt, kopfüber an den Beinen gepackt oder an Ohren und Schwänzen zu den Fahrzeugen gezerrt. Die Beine von Sau Rosa wurden mit einem Metalldraht zusammengebunden, genau wie ihr Oberkiefer. Am Draht befestigt ist ein Stück Holz, um sie daran zu ziehen. Sie leidet unter Schmerzen und beißt vergeblich auf dem Stück Holz rum. Wir können nichts für sie tun.

Wir hören die Schreie von Sau Vanessa. Ihr wird ein Messer in die Kehle gestochen und anschließend wird sie in einen Kofferraum verladen. Wir fühlen uns hilflos und versuchen mit den Menschen zu reden. Aber wir bekommen nur zu hören, dass es Weihnachten sei und Schweinefleisch traditionell dazugehöre.

Einige Personen veranstalten sogenannte ‘Zugproben’ mit ihren Pferden, bei denen die Tiere unter Peitschenhieben dazu gezwungen werden, schwere Lasten oder blockierte Karren zu ziehen. Ein Mann erklärt uns, dass auf diese Weise die Kraft der Pferde gezeigt werden könne. Als wir zum Markteingang zurückkehren, um die Veterinärin zu informieren, sagt man uns, sie sei bereits gegangen. Und dies, obwohl der Markt offiziell noch drei Stunden geöffnet ist.

Nach dem Markt fahren wir zum örtlichen Veterinäramt und führen ein Gespräch mit dem Direktor. Wir bitten die Behörde, bei der nächsten Kontrolle verstärkt auf den Aspekt des Tierwohls zu achten, also die Behandlung der Tiere während dem Verkauf. Noch während des Gesprächs werden zwei Kontrolleure losgeschickt, um mit der für den Markt zuständigen Veterinärin sowie dem Bürgermeister des Ortes zu sprechen.

Wir bringen den Vorschlag ein, die Markt-Veterinäre besser auszubilden, in Hinsicht auf den Tierschutz. Denn ansonsten werden die Tiere auf den Märkten allein gelassen und der Tischutz bleibt Theorie. Die Behörde bittet um unsere Fotos und Videos, um auf dieser Grundlage Strafen zu verhängen.

Animals‘ Angels wird nach Tecuci zurückkehren, um dort bei den Tieren zu sein.