Projektleitung

Projektleitung: Julia Havenstein
Julia
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Tiertransporte in der EU: Fragen und Antworten

Warum gibt es Tiertransporte?

Jedes "Nutz"tier wird transportiert – mindestens einmal in seinem Leben – nämlich zum Schlachthof. Per Tiertransport kommt das Fleisch auf den Teller.

Die Agrarindustrie spezialisiert sich
Die Agrarindustrie funktioniert genau wie andere Wirtschaftszweige: Die Arbeitsschritte werden getrennt und dorthin verlagert, wo der Gewinn am größten ist. Industrielle Zucht, Haltung und Mast werden dort konzentriert, wo Futter- und Lohnkosten niedrig oder die Tierschutzstandards lax sind. Beispiele: Ferkel werden in Holland geboren, in Spanien gemästet und in Italien geschlachtet.

Tiere als Ware
In der "Nutz"tierhaltung geht es wie in allen anderen Wirtschaftszweigen vor allem um Geld. Daher fahren die Tiertransporte dahin, wo die höchsten Profite winken – und sei es über Tausende von Kilometern.

Agrarsubventionen bleiben erhalten
Die EU hält an den Subventionen für den Export von "Zucht"rindern fest:,die Auszahlung ist von der aktuellen Marktlage abhängig.

Fleischkonsum wächst weltweit
Mit dem Wohlstand steigt in Afrika, Asien und dem Mittleren Osten der Konsum von Fleisch und Milch. Vor Ort werden Mast-, Milch- und Schlachtbetriebe errichtet, und die Tiere dafür werden aus der EU, Nordamerika und Australien importiert. 2012 wurden allein aus Deutschland über 41.000 Rinder in Nicht-EU-Staaten exportiert. Animals‘ Angels ist auch in Asien und Afrika im Einsatz und vor Ort bei den Tieren auf den Tiertransporten.

Welche Tiere werden transportiert?

Alle "Nutz"tiere werden transportiert, vor allem aber Schweine, Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen, Geflügel und Fische, die meisten Tiere im LKW, seltener per Bahn, Schiff und Flugzeug. 2012 wurden allein in Deutschland über 760 Millionen ’Schlacht’tiere transportiert – in ganz Europa weit mehr, nämlich 2.438.306.132.

Welche Tiertransport-Vorschriften gibt es in Europa?

Die EU-Verordnung Nr. 1/2005…
…zum Schutz von Tieren beim Transport ist seit 2007 anwendbar. Sie regelt beim Tiertransport den Umgang mit den Tieren, Raumangebot, Deckenhöhe, Versorgung usw. Viele Angaben sind vage gehalten, sodass sie immer wieder zu Ungunsten der Tiere ausgelegt werden. Einige Vorschriften können gar nicht eingehalten werden. Lenk- und Pausenzeiten für Fahrer stimmen nicht mit den erlaubten Transportzeiten für die Tiere überein. Die Folge: Die zulässige Transportdauer wird regelmäßig überschritten, die Tiere müssen auf dem Tiertransporter ausharren, während die Fahrer ihre Ruhepausen einhalten.

Eine Höchstdauer der Tiertransporte…

…ist nicht vorgegeben, sodass die Tiere nach wie vor beliebig lange transportiert werden dürfen. Nur Langstrecken-Tiertransporte über acht Stunden müssen Tränke- und Ventilationssysteme haben.

Strafen für Verstöße
Jeder Mitgliedsstaat ist für die Festsetzung der Sanktionen selbst verantwortlich, und das führt zu schweren Problemen bei der Umsetzung: Die Strafen sind oft viel zu niedrig, und in vielen Ländern gibt es so gut wie gar keine Tiertransport-Kontrollen.

Wie lange dauert ein Tiertransport?

Weit entfernt
Viele Tiere werden zu weit entfernten Schlachthöfen transportiert. Zum Beispiel:

  • Pferde von Spanien nach Italien – Dauer: 35 Stunden
  • Kälber von Irland nach Spanien – Dauer: 3 Tage
  • Färsen von Österreich in die Türkei: 7 Tage

Unfälle, Staus und Wartezeiten an den Grenzen verlängern die geplanten Transportzeiten erheblich.

Keine Obergrenze
Die EU-Gesetzgebung kennt keine zeitliche Beschränkung für Tiertransporte. Mit bestimmten Pausen dürfen Tiere endlos transportiert werden. Für Pferde und Schweine gilt zum Beispiel: 24 Stunden Fahrt – 24 Stunden Pause in einer Versorgungsstation – 24 Stunden Fahrt – usw.

Was bedeutet das für die Tiere?

Verstöße sind bei Tiertransporten an der Tagesordnung
Überladung, unzureichende Deckenhöhe, fehlende Versorgung mit Wasser und Überschreitung der Transportzeit entdecken und dokumentieren Animals' Angels immer wieder. Die Tiere leiden auf den Tiertransporten.

Stress für die Tiere
Während des Tiertransports stehen die Tiere unter großem Stress: Sie werden eingepfercht zusammen mit unbekannten Tieren, bekommen oft kein Futter oder Wasser (verdreckte, nicht erreichbare, ungeeignete oder defekte Tränkvorrichtungen), sind Hitze und Kälte, unbekannten Menschen und fremder Umgebung ausgesetzt. Sie leiden unter Erschöpfung, Schmerzen, häufig Verletzungen, müssen Lärm, Vibration und Gestank (Ammoniak, Abgase, Benzin) ertragen. Moderne "Nutz"tiere sind oft lebenslang ohne jegliche Bewegung in einer Box eingesperrt. Die Flieh- und Schubkräfte auf
der Fahrt auszugleichen ist für sie extrem anstrengend.

Animals' Angels fordern:
Nur eine drastische Verkürzung der Transportzeit bei Tiertransporten kann das Leiden zumindest etwas vermindern.

Was tut Animals' Angels?

Weltweit…
…sind Animals' Angels unterwegs ’bei den Tieren‘ vor Ort: auf Auktionen, an Grenzstationen, in Häfen, bei Haltungen, auf Märkten, an Sammelstellen, in Schlachthöfen und vor Gericht.

Was können Sie tun?

Nutzen Sie Ihre Verbrauchermacht: Bioprodukte aus der Region kaufen, auf vegetarische, oder besser vegane Ernährung umsteigen. Informieren Sie sich und andere über die wahren Zustände und Hintergründe der Tiertransporte. Material erhalten Sie in der Geschäftsstelle, einfacher über den Online-Shop. Unterstützen Sie Animals' Angels mit einer Spende.

Statistiken zu Tiertransporten:

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Bildergalerie Tiertransporte in der EU

Tiertransport Italien, Geflügel, 2010
Tiertransport Ungarn, Kälber, 2012
Tiertransport Ungarn, Rinder, 2012
Tiertransport Italien, Schafe, 2013
Tiertransport Italien, Schafe, 2013
Tiertransport Italien, Pferde, 2006
Tiertransport Italien, Puten, 2013
Tiertransport Spanien, Rinder, 2012
Tiertransport Italien, Rinder, 2013
Tiertransport Frankreich, Schweine, 2006
Tiertransport Spanien, Geflügel, 2013
Tiertransport Spanien, Kälber, 2013

Tiertransporte Info-Flyer

Animals' Angels, info8: Achtung Tiertransporte!

Alle hier vorgestellten Informationen erhalten Sie übersichtlich zusammengefasst in unserem Info-Flyer Achtung Tiertransporte! Tiertransporte in der EU - Fragen und Antworten.