Projektleitung

Kuhbeobachter

Liebe Kuhbeobachter,

regelmäßig bekommen wir Zuschriften von Ihnen, in denen Sie uns von Ihren Beobachtungen in Milchbetrieben berichten. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich! Wir setzen uns für die Tiere ein, von denen Sie uns berichten. Sie sehen abgemagerte Kühe auf den Weiden, angekettet in dunklen Ställen, vernachlässigt und schlecht versorgt – und finden, so dürfen Tierhaltungen nicht aussehen. Das sehen wir genauso!

Leider kommt es immer wieder vor, dass wir nichts an der Situation ändern können – weil es an Gesetzen fehlt oder am nötigen Durchgreifen der Behörde vor Ort. Doch keine der Kühe wird je vergessen! Wir haben sie in unserem Herzen. Und wir setzen uns auf höheren politischen Ebenen für sie ein – und kämpfen für grundlegende Änderungen in der Rinderhaltung.

Schreiben Sie uns weiterhin! Geben Sie den Kühen eine Stimme und berichten Sie uns über ihr Schicksal. Wenn Sie Kühe beobachten, die verletzt oder vernachlässigt sind, schreiben Sie uns eine E-Mail - wenn möglich mit Fotomaterial - an kontakt@animals-angels.de.

Einige Beispiele:

Meldung aus Bayern, 15. September 2010

"In einem Stall stehen Kühe und Bullen angebunden. Läuft man außen am Stall hört man die Ketten klirren. Die Tiere stehen in nahezu absoluter Dunkelheit. Alle Tiere stehen auf blankem Beton, ohne Einstreu. Der zuständige Amtsveterinär sagt, die Haltung ist tierschutzkonform."

Die Frau, die uns den Brief schreibt, wurde von dem Landwirt bereits mehrmals wegen Hausfriedensbruch angezeigt, u.a. weil sie durch ein offenes Stallfenster fotografiert hat. Alle Anzeigen wurden wieder eingestellt, haben aber natürlich trotzdem eine einschüchternde Wirkung.

Meldung aus Nordrhein-Westfalen, 02. September 2010

"Auf einer Weide in NRW stehen völlig abgemagerte Kühe auf der Weide. Die Tiere kommen selten (etwa 1x pro Woche) auf die Weide und noch im Dezember 2009 war ihr Zustand viel besser und sie wurden regelmäßig draußen gesehen. Von Januar bis August 2010 standen die Tiere nur im Stall. Als sie Ende August 2010 das erste Mal wieder raus kamen, hatte sich ihr körperlicher Zustand stark verändert: die Tiere sind stark abgemagert und einige humpeln und wirken verwahrlost. Auf der Weide haben einige der Tiere Stricke um den Hals hängen, bzw. tragen Halfter mit hängenden Stricken, auf die sie immer wieder treten. Morgens und abends hört man lautes Schreien der Kühe die aus dem Stall kommen."

Wir setzen uns mit dem Veterinäramt in Verbindung, reichen Film- und Fotoaufnahmen weiter und bitten dringend um eine Kontrolle des Betriebes.

Meldung aus Hamburg, 02.02.2010

"Bulle humpelt sehr mühselig über die Weide, er setzt die Hufe nur sehr zögerlich auf. Nach jedem Schnitt bleibt er stehen, setzte vor allem den rechten Hinterhuf häufig erst nach mehrmaligen Ansätzen auf. Seine Klauen sind in einem katastrophalen Zustand, viel zu lang und bereits nach oben gebogen. Ein weiterer Bulle geht ähnlich vorsichtig, zögerlich über die Weide. Es ist nicht zu erkennen, ob die Klauen ebenfalls verwachsen sind oder ob er aus anderen Gründen schlecht laufen konnte."

Das Veterinäramt wird informiert und nimmt sich nach mehrmaligem Nachhaken dem Fall an. Unter Androhung von Bußgeld wird der Landwirt dazu gezwungen, die Klauen der beiden Bullen nachzuschneiden.