Kameltransporte im Nahen Osten

Genau wie alle anderen ‚Nutz’tiere werden auch Kamele transportiert: zu Märkten, Schlachthäusern oder als ‚Renn’kamele zu Sportveranstaltungen. Ihr Schutz spielt dabei so gut wie keine Rolle. Die Tiere werden beim Transport entsetzlichen Leiden ausgesetzt. Seit 2017 deckt Animals‘ Angels die katastrophalen Zustände in vielen Ländern im Nahen Osten auf und setzt sich international für Veränderungen im Sinne der Kamele ein.

Worunter leiden die Tiere?

Kamele werden heutzutage vor allem als ‚Renn’kamele im Sport und als ‚Nutz’tiere für die Produktion von Milch, Fleisch und Leder ausgebeutet. Wie alle anderen ‚Nutz’tiere auch werden sie zu Märkten, Schlachthäusern, zwischen Farmen und zu Sportveranstaltungen transportiert. Neben Kurzstreckentransporten werden die Tiere aber auch zwischen verschiedenen Ländern per Lkw oder Schiff über lange Distanzen transportiert. Manche Transporte dauern mehrere Tage und zum Teil müssen die Kamele lange Strecken zu Fuß zurücklegen. International geltende Tierschutz-Standards werden ignoriert:

  • Fehlendes Fachwissen und Verständnis für die Tiere führen zu brutalen Methoden bei Be- und Entladungen, besonders beim Transport von ‚Schlacht’kamelen.
  • Auf den Märkten gibt es in der Regel keine Kontrollen durch die Veterinärbehörden – sei es wegen fehlender Gesetze oder aus mangelndem Interesse.
  • Die Kamele werden auf die Transporter geprügelt, an ihren Nasen, Ohren oder Schwänzen von den Lkw gezogen und geworfen.
  • Durch die brutalen Methoden leiden die Tiere unter Prellungen, Quetschungen und offenen, blutenden Wunden, Stress und Panik.
  • Ohne Rücksicht werden auch kranke, verletzte, abgemagerte und schwache Tiere transportiert.
  • Oftmals extrem überladene Transporter: Die Kamele werden gefesselt in sitzender Position transportiert und können sich nicht bewegen, z. T. bei Fahrten von mehr als 30 Stunden.
  • Die Tiere werden während größter Hitze transportiert.
  • Absolut ungeeignete Transportfahrzeuge, z. B. ohne entsprechende Verladevorrichtungen (wie Laderampen), ohne Überdachung.
  • Keine Erste-Hilfe-Maßnahmen, keine oder unzureichende veterinärmedizinische Überwachung vor Ort.
  • Manche Kamele überleben die Strapazen der Transporte nicht.

Bilderreihe

Was Animals' Angels dagegen unternimmt

In einer intensiven Feldstudie zwischen 2017 und 2018 waren wir in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens im Einsatz und dokumentierten und begleiteten Kameltransporte. Um auf die eklatanten Missstände aufmerksam zu machen, wandten wir uns Ende 2018 mit einem umfassenden Bericht an die zuständigen Behörden, Regierungen sowie Veterinäre und andere Experten auf diesem Gebiet, an Universitäten und Forschungsinstitute sowie weitere Interessenvertreter in der Region. Begleitet wird unser Bericht von einem Kurzfilm über die von uns dokumentieren Probleme.

Wir stehen in engem Kontakt mit Experten, Behörden und anderen Interessensvertretern in der Region und fordern die Verantwortlichen zum Handeln auf. Dabei ist Tierschutz beim Transport von Kamelen noch absolutes Neuland – bisher gibt es so gut wie keine gesetzlichen Regelungen und kaum Bewusstsein für dieses Thema.

Unsere Ziele:

  • Tierschutz auch beim Transport von Kamelen zum Thema machen – vor Ort sowie auf internationalen Konferenzen, Expertenmeetings und Workshops.
  • Die Einführung, Umsetzung und Kontrolle von Tierschutzgesetzen in den jeweiligen Ländern, die auch die Tiere beim Transport schützen.
  • Einhaltung der international vereinbarten Tierschutzstandards der OIE (Welttiergesundheitsorganisation).
  • Aufklärungsarbeit, Schulungen und Trainings vor Ort für Händler, Arbeiter und Kamelbesitzer.
  • Mehr Bewusstsein und Empathie für die Kamele.

Projektleitung:
Julia Havenstein

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