„Die Arbeit von Animals‘ Angels ist ein großer Trost“

Maribel Rico arbeitet als Tierschutzlehrerin in Hamburg und ist langjährige Unterstützerin sowie Ehrenmitglied von Animals‘ Angels. Wir haben sie gefragt, was ihr am Herzen liegt.

Interview mit Maribel Rico

Wann hast du das Thema Tiertransporte für dich entdeckt? 

2011 habe ich in Hamburg die Petition „8 Stunden sind mehr als genug“ unterschrieben, die Animals’ Angels angestoßen hat. Ich war entsetzt und wollte mehr erfahren. So habe ich Animals’ Angels für mich entdeckt. Die Arbeit des Vereins hat mich tief berührt und das Motto „Wir sind bei den Tieren“ ließ mich nicht mehr los. Tiertransporte sind bis heute ein Schwerpunkt meiner Aufklärungsarbeit. Viele Menschen haben bei Tierschutzproblemen eher Schlachthäuser vor Augen, aber nicht die grausamen Transporte. Das Wissen fehlt, das merke ich auch bei Lehrkräften, wenn ich das Thema für den Unterricht vorschlage.

Du hast Animals‘ Angels zweimal bei der Arbeit begleitet. Wie war das für dich? 

Als Tierschutzlehrerin und Referentin für Tierrechte ist es mir wichtig, so authentisch wie möglich zu berichten und zu erklären, ob im Unterricht oder bei Vorträgen. Deswegen war es für mich sehr wertvoll, Animals‘ Angels begleiten zu dürfen. Das Leid der Tiere auf Transporten oder Märkten zu sehen, war jedoch sehr schmerzhaft. Die Arbeit von Animals‘ Angels ist dabei ein großer Trost. Mein Respekt und meine Bewunderung sind diesem Verein sicher.

Wie vermittelst du als Tierschutzlehrerin Kindern dieses Thema? 

Ein guter Weg, um Empathie zu üben beziehungsweise zu festigen, sind Rollenspiele. In einer fünften Klasse habe ich – nach einer Einführung zur Sensibilisierung für das Thema – einen Tiertransport nachspielen lassen. Jedes Kind hatte ein Kärtchen, wie „Ich habe Hunger“, „Ich habe Durst“, „Ich kann nicht mehr stehen“. Am Schluss haben wir das in der Gruppe aufgefangen und die Kinder konnten ihre Gedanken und Verbesserungsideen zum Beispiel in Form von gemalten Bildern präsentieren. 

Manche Lehrkräfte oder Eltern halten das Thema ‚Nutz‘tiere für zu schwierig, um es mit Kindern zu besprechen. 

Das sehe ich nicht so. Kinder kommen mit vielen Themen klar. Sie haben Fragen und wollen ehrliche Antworten. Wichtig ist, dass der Zugang altersgerecht ist und dass die Kinder Spaß beim Lernen haben – das geht auch bei Themen, die nicht so schön sind. 

Animals‘ Angels schult bislang vor allem Fachpersonal, wie Veterinärämter und Polizei. Sollten wir auch in Schulen präsenter sein? 

Auf jeden Fall! Und ich freue mich, dass sich der Verein auf diesen Weg macht. Schulen sollen ihren Bildungsauftrag auch in diesem Bereich erfüllen. Wie sonst sollten junge Menschen lernen, reflektiert über ihr Konsumverhalten zu entscheiden.

Was kann jede und jeder tun, um Tierleid zu mindern? 

Sich zu informieren und die Fakten weiterzugeben, ist ein guter Anfang. Zuständige Politiker:innen anschreiben, Petitionen unterschreiben, bei Demonstrationen mitmachen und Animals‘ Angels unterstützen sind weitere Optionen. Aber allem voran sollte man auf Produkte verzichten, die von Mitgeschöpfen stammen. Kurz gesagt, bei sich selbst anfangen ist der einfachste und schnellste Weg, um Tierleid zu verhindern.

Dieses Interview erschien in unserem Jahresbericht 2019.