Konferenz der EU-Agrarminister: Kommen jetzt EU-weit strengere Regeln für Tiertransporte in Nicht-EU-Länder?

„Strengere Regeln auf EU-Ebene für Tiertransporte in Drittstaaten“ – so lautet einer der Schwerpunkte der laufenden Konferenz der EU-Agrarminister in Koblenz. Die Bundeslandwirtschaftsministerin und derzeitige Ratspräsidentin des EU-Agrarministerrats, Julia Klöckner, hat zu diesem informellen Treffen eingeladen.

Um die Tiere zu schützen, braucht es endlich eine nachhaltige und einheitliche Lösung, und zwar bundes- und EU-weit! Nur so kann verhindert werden, dass die Tiere in Länder außerhalb der EU gebracht werden – zum Beispiel per Umweg über andere EU-Staaten.

Deshalb hat Animals’ Angels im Vorfeld der Konferenz alle EU-Agrarminister*innen, den EU-Kommissar für Landwirtschaft sowie Julia Klöckner erneut aufgefordert, die rechts- und tierschutzwidrigen Tiertransporte über die EU-Grenzen hinaus umgehend zu unterbinden. Mit unserem Kurzdossier zum Thema zeigen wir den Verantwortlichen erneut die Probleme auf, die wir regelmäßig vor Ort bei den Tieren auf den Transporten finden. Unsere Einsätze bestätigen immer wieder: Die Tiertransporte in Länder außerhalb der EU sind undurchsichtig und schwer kontrollierbar. Das bestätigen auch die jüngsten Entwicklungen aus Brandenburg. Trotz des vorläufigen Exportstopps wurden im August erneut Tiere nach Russland exportiert (Bericht im ARD-Mittagsmagazin).

Beim Schutz der Tiere wird Augenwischerei betrieben! Es ist höchste Zeit, dass die Europäische Union für ihre Werte einsteht und rein wirtschaftlichen Interessen klare Grenzen setzt. Unser Ziel darf nicht nur Marktoptimierung und Exportweltmeister sein. Die EU und ihre Mitgliedsstaaten tragen eine Verantwortung für ihr Handeln und Tun den Tieren gegenüber als fühlende Lebewesen – so steht es auch in Artikel 13 AEUV. Wir werden die zuständigen Behörden und Politiker weiterhin an ihre Verantwortung erinnern und uns für ein EU-weites Exportverbot von Tieren einsetzen!