Griechenland: Wir kontrollieren Tiertransporte bei Hitze – einige Transporte fahren endlich nachts

Unser Großeinsatz an der bulgarisch-türkischen Grenze führt eines unserer Teams nach Griechenland. Hier kontrollieren sie Tiertransporte bei Hitze an der Grenze zu Bulgarien. Als wir vor vier Jahren unsere Sommer-Einsätze hier ausweiteten, wurden die Tiere regelmäßig zu jeder Tageszeit trotz sengender Hitze transportiert. Nicht selten bei über 40 Grad. Auf vier Etagen, eng und kaum belüftet. Die Wassertränken: In der Regel nicht für Schafe geeignet – und sowieso für viel zu wenige in der Enge erreichbar.

Die ersten zwei Transporte, auf die unser Team trifft, fahren glücklicherweise während der kühleren Nacht. Das ist endlich eine Verbesserung. Die Tiere werden außerdem auf drei statt vier Ebenen transportiert und haben so mehr Platz und Belüftung. Nach unseren jahrelangen Beschwerden bewegen sich die Transportfirmen und Veterinärämter scheinbar langsam in die richtige Richtung. Den Tieren bleibt auf ihrem letzten Weg in die griechischen Schlachthäuser so zumindest etwas Leid erspart.  

Doch trotzdem finden wir auch wieder einen Tiertransport, der tagsüber unterwegs ist – bei über 36 °C. Bei der Einfahrt in die Grenze können wir einen Blick auf die Tiere werfen. Im Inneren befinden sich Lämmer, es riecht fürchterlich nach Urin. Die Wassertränke ist aktiv, aber keines der Tiere trinkt. Sehr wahrscheinlich, weil sie an diese Art Tränke überhaupt nicht gewöhnt sind. Ein häufiges Problem auf solchen Transporten.

Sofort fällt uns auf, dass einige der Lämmer mit den Beinen zwischen Spalten in den Trennwänden feststecken. Auch dieses Problem sehen wir bei den jungen Tieren häufiger. Wir alarmieren den Fahrer, doch er will weiterfahren. Die bulgarischen Grenzbeamten ignorieren uns einfach und der Transport kann schließlich die Grenze nach Griechenland passieren. Die Lämmer müssen in ihrer misslichen Lage in der Hitze ausharren. Doch in Griechenland bekommen wir zum Glück noch einmal die Chance, mit dem Fahrer zu reden. Er lässt sich darauf ein, parkt im Schatten und befreit die feststeckenden Lämmer. Dann setzt er seinen Weg fort.

Wir reichen eine umfassende Beschwerde bei den zuständigen Behörden ein und setzen unseren Kampf gegen die Hitzetransporte auch in diesem Sommer mit unseren Einsätzen fort.