Tiertransporte an Ostern: Wir geben nicht auf – großes Glück für Lamm Lamberto

Tiertransport Lämmer Italien

Gemeinsam mit der italiensichen Organisation Essere Animali kontrollieren wir vor Ostern  Tiertransporte mit Lämmern auf der Autobahn in Italien. Es ist kurz vor 5 Uhr morgens in Udine. Wir beobachten die Autobahn seit der Nacht. Ein Transport mit kleinen Lämmern aus Rumänien stoppt an einer Raststätte – die Rufe der Tierkinder hallen aus dem des Lkw. Im Inneren ist es eng. Die kleinen Lämmer sind nicht abgesetzt und noch auf Milch angewiesen. Da sie diese während des Transports nicht bekommen können, bleiben sie hungrig. Seit 16 Stunden sind sie bereits auf dem Lkw – weitere 900 km liegen noch vor ihnen. Wir rufen die Polizei und folgen dem Transport in Richtung eines Schlachthauses in Bari.

Nach einiger Zeit kommt endlich eine Polizeistreife und beginnt mit der Kontrolle. Ein Veterinär wird angerufen, doch er weigert sich scheinbar zu kommen. Der Transport halte sich seiner Meinung nach an die Gesetze und dürfe weiterfahren. Die Polizisten haben wiederum keine Erfahrung mit Tiertransporten und folgen seiner Einschätzung.

Doch wir geben nicht auf und machen gemeinsam mit Essere Animali weiter Druck auf das Veterinäramt. Wenig später erscheint eine weitere Streife vor Ort, diesmal ist eine Veterinärin mit dabei. Sie bestätigt unsere Einschätzung über die Verstöße, ordnet die Entladung der Lämmer in einem nahegelegenen Stall an und verhängt eine Strafe gegen den Transporteur. Während der Kontrolle finden wir außerdem das Lamm Lamberto, er liegt erschöpft am Boden. Die Veterinärin lässt ihn aus dem Lkw holen und untersucht ihn – er ist dehydriert und hat Probleme beim Atmen. Zu unserer großen Überraschung ordnet sie an, dass er an uns übergeben werden soll. Während unser Team sicherstellt, dass der Lkw auch wirklich anschließend zur Entladung fährt, kümmert sich das Team von Essere Animali um Lamberto und bringt ihn zu einer Tierklinik. Während seine Gefährten in den nächsten Tagen ihren letzten Weg zum Schlachthaus fortsetzen, darf er weiterleben. Freudentränen für ihn – doch bittere Tränen für die anderen Tierkinder.

Während unserer Kontrollen vor Ostern stellen wir wieder einmal fest: Während das Gesetz fordert, Tiertransporte so stressfrei wie möglich zu gestalten, sieht die Realität auf der Straße immer noch anders aus. Tierkinder, die eigentlich bei ihren Müttern Milch trinken sollten, werden Transporten von bis zu 1.800 km ausgesetzt – hungrig und verängstigt. Die Transporteure kommen meist ungestraft davon, weil die Kontrollbehörden wegschauen oder keine Erfahrung haben. Wir werden weiter über ihr Leid berichten, uns beschweren und für die Tiere einsetzen – bis diese Transporte hoffentlich eines Tages der Vergangenheit angehören.

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