EU-Exporte: Weitere Begleitfahrt von Färsen aus Deutschland endet mit aufgeschlitzten Reifen

Nach dem Ende unserer Begleitfahrt der deutschen Färsen bis nach Usbekistan sind zwei Teams von Animals‘ Angels noch unterwegs in Russland und Kasachstan. Am späten Samstagabend finden wir in Russland, kurz vor der Grenze zu Kasachstan, drei weitere weißrussische Tiertransporte.

Bei einem Stopp können wir kurz die Tiere sehen – erneut sind es deutsche Färsen, die bis nach Usbekistan transportiert werden. Die Fahrer jedoch sind vermutlich durch ihre Kollegen über unsere Anwesenheit informiert worden: sie zeigen sich sehr zurückhaltend und versuchen, uns durch Polizeikontrollen aufzuhalten. Unser zweites Team in Kasachstan wartet deshalb auf die Transporte kurz hinter der Grenze.

Als wir die Transporte bei einer Tankstelle hinter der Grenze finden, ist einer im tiefen Schnee versunken und kommt weder vor noch zurück. Natürlich wollen wir festhalten, was alles während dieser Transporte in ferne Länder geschehen kann. Um nicht selbst im Schnee stecken zu bleiben, lassen wir unser Auto entlang der Straße stehen, gehen zu Fuß zur Tankstelle und filmen, wie ein Transporter den anderen aus dem Schnee zieht. Während dieses ganzen groben und ruckeligen Vorgangs sind die Färsen an Bord der Fahrzeuge.

Kaum ist der versunkene Transporter befreit, verlassen beide umgehend die Tankstelle. Während wir zu unserem Auto zurückgehen sehen wir von Weitem, wie beide Transporter neben unserem geparkten Auto anhalten und Fahrer aussteigen. Erst als wir gleich darauf ins Auto einsteigen wollen, wird uns der Grund dafür klar – sie haben zwei unserer Reifen mit einem Messer aufgeschlitzt.  Sie wollten uns offensichtlich davon abhalten, ihnen zu folgen und die Transportbedingungen zu dokumentieren.

Mitten in der Nacht auf Sonntag, weit entfernt von Städten oder großen Ortschaften, sitzen wir gezwungenermaßen fest und müssen die Färsen schweren Herzens fahren lassen. Wir verbringen die Nacht bei -14 °C im Auto, bis unsere Reifen am Morgen abgeholt werden. Am Abend sind wir schließlich wieder mobil und treten unsere Rückreise Richtung Deutschland an.