Griechenland: Weitertransport verweigert – Erfolg für Adonis und Charon

Eigentlich ist unser Einsatz in Griechenland zu Ende und wir sind schon auf dem Weg zum Flughafen, als wir entscheiden, noch schnell am Hafen zu stoppen. Nur kurz, denken wir, denn bei über 33 °C steht hier sicherlich kein Tiertransport.

Doch: kaum angekommen, finden wir einen Transport mit jungen Rindern. Die müden Augen von Adonis, Charon und den anderen, erzählen ihre eigene Geschichte. Wie lange sind die Tiere bereits an Bord? Wann bekamen sie zum letzten Mal etwas zu trinken? Wir wissen es nicht. Der Fahrer informiert uns nur kurz über den Zielort – die Insel Kreta.

Wir können es kaum glauben. Denn die Fährüberfahrt allein dauert 12 Stunden, doch das Fahrzeug ist nicht für Langstrecken-Transporte ausgestattet. Wir finden kein automatisches Wassersystem innerhalb der Tierabteile.

Natürlich folgen wir dem Transport, als er zum Deck fährt. Und wieder können wir kaum glauben, was wir sehen: der Fahrer parkt den Lkw auf einem Cargo- Parkplatz und fährt mit einem Motorrad davon. Es ist kurz nach Mittag und 33 °C heiß. Die Sonne knallt auf das Fahrzeug und die Tiere. Die Temperaturen steigen weiter an, und die Fähre fährt erst um 8 Uhr abends.

Wir handeln sofort und rufen alle zuständigen Behörden an – mit Erfolg. Die zuständigen Tierärzte sind kurze Zeit später vor Ort, gemeinsam mit der Küstenwache. Sie machen den Fahrer ausfindig und diskutieren über zu treffende Maßnahmen.

Leider können wir die weitere Entwicklung nicht abwarten, da wir unseren Flug erwischen müssen. Später erfahren wir, dass der Weitertransport an diesem Tag verweigert wurde. Die Tiere wurden zum nächstgelegenen Stall gefahren, entladen und mit Wasser und Futter versorgt. Natürlich werden sie später dennoch nach Kreta transportiert, doch dann hoffentlich ohne stundenlanges Warten in der Sonne.

Die Intervention der griechischen Behörden begrüßen wir in diesem Fall sehr. Gleichzeitig muss ein System etabliert werden, damit solche nichtkonformen Transporte nicht ungesehen passieren können.

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