Italien: Schafe bei großer Hitze transportiert – ungeeignete Tränken im Lkw

Tiertransport mit Schafen in Italien

Wir kontrollieren Tiertransporte in Italien. Am Nachmittag erreicht das Thermometer 40 °C. Abends und 20 Uhr ist es immer noch heiß, als wir einen Tiertransport mit großen, langohrigen Schafen entdecken. Die Tiere haben zu wenig Platz im Lkw, die Luftzirkulation ist eingeschränkt – ein großes Problem, besonders bei solchen Temperaturen.

Delia, Ametista und Margherita stammen aus den Dolomiten, einer kühleren Bergregion. Hier wurden sie vier Jahre lang für ihre Milch gehalten und haben Lämmer zur Welt gebracht. Amethyst und Delia sind sehr freundlich und lassen sich von uns streicheln, Delia hat einen stärkeren Charakter und stampft mit dem Fuß auf den Boden, um uns zu signalisieren, dass wir Abstand halten sollen.

Wieder einmal stellen wir fest, dass die Tränken im Fahrzeug nicht für Schafe geeignet sind. In einigen der Abteile sind keine installiert. Die Einstreu besteht nur aus wenig Stroh das stark mit Exkrementen verschmutzt ist. Im Inneren ist es sehr warm. Unser Thermometer misst zwischen 30 und 31 °C und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 58 und 68 % – was sehr hoch ist.

Der Fahrer erzählt uns, dass er seit dem Nachmittag unterwegs sei und dass es vorher 37 °C waren. Der ganze Transport dauere etwa 10 Stunden und die Schafe würden anschließend auf eine Weide kommen. Doch die Geschichte stimmt nicht – Delia, Margherita, Ametista und die anderen werden zu einem Schlachthof in Mittelitalien gebracht und am nächsten Tag dort getötet. Wir beschweren uns bei den zuständigen Behörden. Bei solchen Temperaturen dürfen Tiertransport erst recht nicht stattfinden.  

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