Pakistan: Erhebung von wissenschaftlichen Daten über die Haltung und den Schutz von Kamelen

Pakistan Tierschutz Kamele

Gemeinsam mit der Kamelexpertin Dr. Barbara Padalino von der Uni Bologna erheben wir in Pakistan wissenschaftliche Daten über die Haltung von Kamelen. Mit diesen Daten entwickeln wir unser gemeinsam veröffentlichtes Tierschutzprotokoll für Kamele weiter. Unser Protokoll soll dabei helfen, die Haltung von Kamelen in aller Welt zu verbessern und ihren Schutz voranzutreiben. Die Ergebnisse sollen außerdem in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlich werden.

In Pakistan leben etwa eine Million Kamele und wir sehen einen Teil davon in der Umgebung von Multan, Bahawalpur und Jalalpur sowie in der Wüste. Die allermeisten Kamele, die wir sehen, werden von nicht-sesshaften Tierhaltern auf den natürlich gewachsenen Grasflächen gehalten. Es sind überwiegend weibliche Tiere, während die männlichen verkauft werden, um an anderer Stelle in beengter Haltung gemästet zu werden.

An einem Morgen sehen wir die vielen Kamelherden, wie sie nebeneinander liegen – ein weites Feld an Kamelen auf der trockenen Erde. Einige Tiere liegen seitlich ausgestreckt auf dem Boden und bewegen sich nicht, während krähenartige Vögel sich auf die Kamele setzen und in ihrem Fell nach Parasiten oder Insekten picken. Dann erheben sich Laila und ihre Freundinnen nacheinander und werden nach einer Zeit von den Kamelhaltern zu ihren Weideflächen gebracht.

Ein paar der Herden sind heute recht langsam, sodass wir die Tiere in Ruhe untersuchen können. Für unsere Kamelexpertin Barbara Padalino ist diese extensive pakistanische Kamelhaltung die beste, die sie bisher in den arabischen Ländern gesehen hat: Die Kamele können tagsüber lange Strecken zurücklegen, sie zeigen keine Verhaltensauffälligkeiten (Stereotypen) und ihr Futter ist vielfältig. Außerdem ist es eine Freude zu sehen, dass die Kälber häufig etwa ein Jahr beim Muttertier bleiben. An einer Stelle gibt es auch von der Regierung gebaute Dächer – also richtigen Schatten für die Tiere – was leider viel zu oft die Ausnahme ist. Besonders berührt uns die majestätische Anmut der Tiere, wenn sie hintereinander durch die Wüste ziehen, an einem Teich stehen oder – den Hals langgestreckt – die Blätter der Bäume fressen.

Von allein würden wir die abgelegenen, wandernden Kamelherden nicht finden. So sind wir dem Leiter der Pastoralisten Shah Baig und Professor Ali Raza Abbasi dankbar für ihre Kontakte zu den Tierhaltern.

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