Tiertransporte in die Türkei: Chaos an der Grenze

Animals‘ Angels ist wieder im Einsatz für die Tiere in Bulgarien. Kurz zuvor erreichten uns unklare Informationen, dass die Kontrollstelle Haskovo geschlossen wurde. Sie war bislang die letzte Möglichkeit, die Tiere für die 24-stündige Ruhepause vor der türkischen Grenze abzuladen. Außerdem soll eine neue zweite Kontrollstelle in Svilengrad kurz vor der Grenze geöffnet haben.

Vor Ort findet wir leider wieder einmal das reine Chaos vor: Mindestens acht Tiertransporte mit tschechischen Jungbullen sollten eigentlich an der neuen Kontrollstelle in Svilengrad abgeladen werden, um den Tieren die vorgeschriebene 24-stündige Ruhepause zu geben. Die neue Kontrollstelle hat jedoch bei Weitem nicht genug Kapazität für all die Tiere, die tagtäglich in die Türkei transportiert werden, und war deshalb schon voll besetzt.

Laut Aussage der Fahrer mussten sie bis zu 20 Stunden mit den Tieren an Board warten, ohne Möglichkeit, sie mit ausreichend Wasser und Futter zu versorgen. Als dann die Information vom Betreiber der Kontrollstelle in Haskovo kam, dass seine Kontrollstelle wieder geöffnet sei, sind sie dorthin gefahren und haben die Tiere für 24 Stunden abgeladen und versorgt. Für die Tiere war das die beste Entscheidung. Jedoch stellte sich die Information über die Öffnung der Kontrollstelle als falsch heraus – und das zuständige Veterinäramt verweigerte die Bescheinigung der Ruhepause.

Die LKW fuhren trotzdem zur Grenze, und wurden prompt von den bulgarischen Grenzveterinären zurückgewiesen, eben wegen der fehlenden offiziellen Veterinärbescheinigung der Ruhepause in den. Die acht LKW wurden kurzerhand zurück zu der neuen (und voll belegten!) Kontrollstelle in Svilengrad geschickt – mit der Aufforderung, die Tiere dort erneut für 24 Stunden abzuladen.

Diese Entscheidung war für die Tiere absolut unverantwortlich und irrsinnig zugleich: In Svilengrad gab es keine freien Boxen und die Tiere hätten zwischen 24 Stunden und drei Tagen auf den LKW verharren müssen! Diese Aktion zeigt leider erneut auf erschreckende Weise, dass wirklich niemand im Sinne der Tiere handelt.

In dutzenden Telefonaten versuchten wir vor Ort, die verantwortlichen bulgarischen Behörden zu erreichen und Druck für eine schnelle Lösungsfindung aufzubauen, damit die Tiere nicht das gesamte Wochenende auf den LKW eingesperrt bleiben. Freitagabend konnte dann endlich eine Lösung gefunden werden: Die Tiere der ersten vier LKW wurden abgeladen und Samstagvormittags konnten alle acht LKW zu ihrem Zielort in die Türkei weiterreisen.

Wir wissen nicht, was mit den Tieren passiert wäre, wenn wir nicht vor Ort gewesen wären. Aber wieder einmal wird deutlich, dass es so gut wie unmöglich ist, Tiere nach geltenden EU-Vorschriften in die Türkei zu transportieren. Animals‘ Angels wird sich weiterhin für die Abschaffung der Langstreckentransporte einsetzen!

Weitere Einsätze und Neuigkeiten

Im Rahmen des Masterstudiengangs ‚Animal Law & Society‘ der juristischen Fakultät der autonomen Universität Barcelona...

Weiterlesen