EU-Ausschuss Tiertransporte: Gute Forderungen – doch sie gehen nicht weit genug

Der Untersuchungsausschuss „Tiertransporte“ der EU (ANIT) hat über seine Empfehlungen an das EU-Parlament abgestimmt. Dabei geht es um wichtige Änderungen, die den ‚Nutz‘tieren auf den Transporten viel Leid ersparen könnten. Doch leider hat der Ausschuss trotz vieler guter Beschlüsse für die Tiere die zentralen Probleme bei den Transporten nicht adressiert.

Das Gute zuerst: Unter anderem soll es strengere Kontrollen innerhalb der EU geben und auf Transportschiffen sollen Tierärzte zur Pflicht werden. Die Zulassungsverfahren sollen verbessert werden und Tiere in ihren ersten fünf Lebensmonaten nicht mehr transportiert werden dürfen – ebenso wie hochschwangere Tiere. Außerdem stimmte der Ausschuss für eine Begrenzung von ‚Schlacht’tiertransporten auf 8 Stunden. Das sind ohne Zweifel wichtige Schritte für einen besseren Schutz der Tiere.

Doch nun das Schlechte: Lange Tiertransporte werden für alle Tiere zur Qual, nicht nur für die, die zur Schlachtung gehen. Auch ‚Mast‘- und ‚Zucht’tiere sollten – wenn überhaupt – nur eine begrenzte Zeit transportiert werden dürfen. Damit bleiben auch die langen Tiertransporte in Länder außerhalb der EU unangetastet und rollen weiter.

Das EU-Parlament stimmt im Januar über die Empfehlungen ab. Bei Zustimmung klettern sie die Leiter hoch zur EU-Kommission, die dann entsprechend handeln muss. Alle beschlossenen Änderungen fließen anschließend in den laufenden Prozess der Überarbeitung der EU-Gesetz zum Schutz der Tiere beim Transport mit ein.

Wir hoffen, dass auf dem Weg dahin möglichst viele der guten Forderungen bestehen bleiben. Mit unserem Projekt ‚Time to Act for Animals on Transport‘ machen wir uns weiter für die Tiere stark. Mit unserem Report ‚100 Reasons‘ haben wir der EU-Kommission bereits 100 Gründe geliefert, warum die EU-Verordnung 01/2005 dringend überarbeitet werden muss.

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