Export-Verbot der Niederlande geht nicht weit genug: Färsen über 2.000 km nach Russland transportiert

In Deutschland kontrolliert Animals‘ Angels zwei Tiertransporte mit jungen Holstein-Kühen aus den Niederlanden. Beim Blick ins Fahrzeuginnere sehen wir, dass für manche Färsen die Deckenhöhe zu niedrig ist – zum Beispiel bei Erna. Sie ist so groß, dass sie mit ihrem Rücken beinahe die Fahrzeugdecke berührt. Ein häufiges Problem, besonders für großrahmige Holstein-Rinder, wenn sie auf zwei Ebenen transportiert werden.

Erna und die anderen 65 Kühe werden nach Russland exportiert – über 2.000 km. Zwar haben die Niederlande im Frühjahr 2020 erstes EU-Mitgliedsland den Export von Tieren in Nicht-EU Länder verboten. Doch solche Transporte, bei denen außerhalb der EU ein 24-stündiger Versorgungsstopp nötig sein sollte. Dies war und ist ein wichtiger Schritt! Doch leider geht er noch nicht weit genug.

So können nach wie vor Tiere aus den Niederlanden in Nicht-EU-Länder transportiert werden. Insofern sie außerhalb der EU nicht noch einmal für eine 24-stündige Pause in einem Versorgungsstall entladen werden müssen, sondern ‚direkt‘ innerhalb der vorgeschriebenen maximalen Transportzeit (im Fall von Rindern: max. 29 Stunden) am Zielort ankommen. Somit sind zwar weit entfernte Transporte nach Kasachstan, Usbekistan oder auch in den Südosten Russlands nicht mehr erlaubt, in den Westen Russlands jedoch schon – und genau dorthin werden Erna und die anderen Kühe gebracht.

Durch unsere Arbeit wollen wir ein generelles Exportverbot in Länder ohne Tierschutzgarantien erreichen und setzen uns dafür auf nationaler und EU-Ebene ein.

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