Tiertransporte an Ostern: Gemeinsame Kontrollen mit der Polizei in Italien – über 10.000 Euro an Bußgeldern

Animals‘ Angels hat die italienische Polizei gebeten, vor Ostern speziell Lämmertransporte zu kontrollieren. In dieser Zeit werden besonders viele Lämmer aus dem Ausland in italienische Schlachthöfe transportiert. Auch die Polizei von Udine folgt unserer Bitte und organisiert gezielte Kontrollen.

Während der Zeit, in der wir bei den Kontrollen dabei sein konnten, haben die Polizisten drei LKWs mit jungen Lämmern aus Rumänien und Ungarn überprüft. Bei zwei von diesen haben sie Verstöße festgestellt und entsprechende Strafen verhängt. Die Lämmer werden in beiden Transportern auf zu vielen Ladeebenen geladen. Dadurch ist die Deckenhöhe sehr niedrig. Viele der Tierkinder können nicht einmal aufrecht stehen, sondern stoßen mit den Köpfen oder sogar mit dem Rücken an die Decke – in dieser unnatürlichen Haltung sind sie gezwungen über viele Stunden auszuharren.

Auch die Luft ist auf den Transportern besonders in der Mitte stickig, da keine ausreichende Ventilation möglich ist. Zusätzlich sind durch die Anordnung der Ladeebenen ein Teil der Trinkvorrichtungen nicht für die Lämmer erreichbar. In den betroffenen Abteilen können die jungen Tiere nicht trinken. Sie leiden an Durst während des gesamten Transports - tausende Kilometer Wegstrecke.

Wenig später wird ein Transporter mit Rindern aus Slowenien von der Polizei kontrolliert. Die Verstöße sind ähnlich und werden ebenfalls bestraft. Auch hier ist die Deckenhöhe für die großen Tiere zu niedrig. Einige können ihren Kopf nicht aufrecht halten – und das über viele Stunden. Der LKW ist zwar mit einem Tränkesystem ausgestattet, aber in den Wasserleitungen des hinteren Abteils kommt nur sehr wenig Wasser an.

Im letzten Abteil sind so viele Tiere geladen, dass sie dicht gedrängt aneinander stehen und sich kaum bewegen können. Ein Rind liegt auf dem Boden und kann offensichtlich wegen der Enge nicht mehr aufstehen. Ein anderes Rind ist mit einem Horn zwischen den Stangen an der Seite des LKWs verklemmt. Es kann sich nicht selbst befreien. Die Fahrer können beide Situationen lösen, aber der Stress und das Leiden der Tiere ist deutlich zu sehen.

Die Polizei stellt Bußgelder von über 10.000€ aus. Wir begrüßen das Engagement der italienischen Polizei und kämpfen weiter für stärkere Kontrollen der Tiertransporte auf den Straßen Europas.

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