Tiertransporte in die Türkei: Animals' Angels überwacht die Transportroute

Animals' Angels überwacht die Transportroute zwischen Bulgarien und der Türkei auf der im Jahr 2014 etwa 30.000 Färsen und junge Bullen zur Mast transportiert wurden. Die Tiere kommen aus zehn verschiedenen EU-Ländern.

Der Europäische Gerichtshof urteilte kürzlich, dass die Bestimmungen der EU-Transportverordnung 01/2005 auch für Tiertransporte aus der EU in Drittländer verbindlich sind, insbesondere die Regelungen zu Ruhe-, Fütterungs- und Tränkintervallen.

Das Team folgt vier Transportern mit jungen Bullen aus Tschechien und der Slovakei bis zum Zielort Kirsehir im Osten der Türkei. Bei Überquerung der bulgarischen Grenze verbleiben die Tiere zehn Stunden lang auf den Fahrzeugen, fahren danach weitere zehn Stunden, um schießlich nochmals 20 Stunden Zollprozeduren abwarten zu müssen – ohne Futter und Ruhepausen.

Bullen sind sehr wiederstandsfähige Tiere, die auf langen Transporten kräftig und gesund zu bleiben scheinen. Ein geübtes Auge kann dennoch alarmierende Zeichen feststellen: während der Wartezeit bei der zweiten Zollkontrolle liegen einige Tiere zusammengerollt und sichtbar erschöpft auf dem Boden, andere spielen mit ihrer Zunge und lecken und beißen wiederholt und in ungewöhnlicher Weise die Gitterstangen, die Fahrzeugwände und Körperteile ihrer Weggefährten. Solch stereotypes Verhalten, verursacht durch Einengung und fehlendes Wiederkäuen, deutet auf Unzufriedenheit, oder besser gesagt Leid hin – zu dem die fehlenden Ruhe- und Fütterungspausen sowie die unbequemen und unhygienischen Transportbedingungen ihr Übriges tun.

Animals’ Angels fordert die EU-Kommission dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, damit das Eurpäische Prinzip vom Schutz der Tiere als fühlende Wesen nicht bloß auf dem Papier besteht.

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