Tiertransporte in die Türkei: Bulle Leonas hätte nicht transportiert werden dürfen

Animals' Angels folgt einem Tiertransport mit 'Schlacht'bullen aus Litauen. Am Vortag hat der LKW zusammen mit drei weiteren LKW aus Litauen die bulgarisch-türkische Grenze passiert, wo die Tiere anschließend bis zur Fertigstellung der Transportpapiere durch die türkischen Zollbehörden ausgeladen werden.

Bei der Ausladung kann einer der Bullen, Leonas, nicht mehr aufstehen. Alle Versuche der Fahrer und Stallarbeiter (von Ziehen und Zerren bis zum Übergießen mit Wasser) helfen nicht. Deshalb wird er zusammen mit den Bullen in der zweiten Ebene auf dem LKW gelassen, bis die Papiere von den Zollbehörden fertig kontrolliert sind.

Sogenannte 'Downer'-Tiere, also Tiere, die von alleine nicht mehr stehen können, dürfen laut EU-Transportverordnung 1/2005 nicht transportiert werden – und doch wird Leonas schließlich weitere 420 km bis zu 'seinem Bestimmungsort', einem Schlachthaus in Sakarya, transportiert. Morgens, gegen 07:30 Uhr kommen die Tiere dort an – zu diesem Zeitpunkt sind er und die anderen Bullen bereits mehr als 39 Stunden auf dem LKW. Weitere vier Stunden vergehen, bis die Tiere ausgeladen werden – in ein Schlachthaus, in dem sie noch heute getötet werden. Animals‘ Angels versucht, bei der Ausladung von Leonas dabei zu sein, doch uns wird der Zutritt zu dem staatlich betriebenen Schlachthaus verboten. Der zuständige Manager ist aufgrund der Feiertage um Kurban Bayrami nicht erreichbar.

Es ist untragbar, dass die Tiere über mehrere Tage hinweg über tausende von Kilometern direkt in ein Schlachthaus, und dann auch noch in transportunfähigem Zustand, transportiert werden! Wir werden Beschwerde bei den zuständigen Behörden und Verantwortlichen einlegen, um Gerechtigkeit für Leonas und die anderen Bullen auf dem Transport zu erreichen, und wir werden weiterhin den politischen Druck auf EU-Ebene aufrechterhalten, um solche gesetzeswidrigen Transporte in Zukunft zu verhindern.