Tiertransporte zum orthodoxen Osterfest: Lamm Ionut müsste notentladen werden

Während unseres Einsatzes in Rumänien finden wir auf einem Tiertransport das Lamm Ionut. Er liegt schwer atmend auf dem nassen, dreckigen Boden, zertrampelt von seinen Artgenossen. Wir alarmieren den Fahrer, der eigentlich regelmäßig den Zustand aller Tiere überprüfen sollte – was aber angesichts der hohen Anzahl an Tieren an Bord unmöglich ist, da in der Menge nicht jedes einzelne Lamm gesehen werden kann.

Der Fahrer versucht Ionut auf die Beine zu stellen, doch Ionut ist zu schwach und kann nicht stehen. Er müsste sofort Erste Hilfe erhalten und notentladen werden. Wir begleiten Ionut und versuchen unterwegs wiederholt, einen Amtsveterinär für eine Kontrolle des Transportes zu organisieren – vergeblich. Erst am Zielort wird durch den für den Schlachthof zuständigen Tierarzt angeblich eine Kontrolle mit Augenmerk auf Tierschutz durchgeführt. Da wir jedoch keinen Zugang zum Schlachthof erhalten, weisen wir den Schlachthofbetreiber auf Ionut und die weiteren Probleme des Transportes hin: Es sind zu viele Tiere auf dem Transporter geladen und viele stoßen aufgrund niedriger Deckenhöhe mit dem Kopf an der Decke an. Zudem ist die Einstreu stark verschmutzt, und da wir nicht alle Tiere sehen konnten, ist nicht auszuschließen, dass weitere Lämmer krank oder verletzt sind.

Wir warten außerhalb, bis alle Lämmer abgeladen wurden. Gemäß Aussage des Schlachthofbetreibers waren alle wohlauf – unsere Beobachtungen von Ionut zeugen jedoch vom Gegenteil. Wir werden einen offiziellen Antrag stellen, um die Ergebnisse der Untersuchung des anwesenden Tierarztes zu erhalten.