Niedersachsen und Schleswig-Holstein stoppen Exporte: Keine Transporte von ‚Zuchtrindern' über Russland nach Kasachstan und Usbekistan

Schwangere Färsen aus dem Emsland tagelang nonstop in engen Transporten – im Februar haben wir dokumentiert, wie die Tiere auf der langen Route leiden. Jetzt legt die Tierschutzbeauftragte des Landes Hessen mit einem aufsehenerregenden Bericht nach, der Niedersachsen und Schleswig-Holstein endgültig überzeugt, die Transporte einzustellen. Natürlich wünschen wir uns ein EU-weites Verbot, doch das vorläufige Ende dieser Transporte aus Norddeutschland ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

Tiertransporte nicht rechtskonform

Gemeinsam mit drei Amtstierärztinnen aus Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein bereiste Dr. Madeleine Martin auf eigene Initiative die Route nach Usbekistan, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Der abschließende Bericht kommt zu einem klaren Ergebnis: Tiertransporte dürfen auf dieser Route nicht genehmigt werden. Denn ab der Region Smolensk gebe es auf den restlichen 3.000 km bis nach Usbekistan keine geeigneten Möglichkeiten, die Tiere abzuladen oder zu versorgen.

Das bestätigt unseren Verdacht, dass die in den Fahrtenbüchern eingetragenen Stationen meist überhaupt nicht existieren. Laut Bericht stünden an diesen Adressen tatsächlich oftmals bloß verfallene Stallungen, einfache Heulager oder Häuser mitten in der Stadt. Bei unserem Einsatz im Februar haben wir dokumentiert, wie die Färsen kurz hinter der russischen Grenze das letzte Mal abgeladen wurden. Anschließend waren sie für mehr als 100 Stunden ununterbrochen bis zum Ziel auf den Lkw.

Eine bundesweite Regelung muss her

Denn sonst besteht die Gefahr, dass die Transporte weiterhin über andere Bundesländer abgefertigt werden. Wir fordern deshalb eine bundesweite Entscheidung, die Exporte von lebenden Tieren nach Russland, Kasachstan und Usbekistan einzustellen.

Aber damit nicht genug: Auch die Routen in die anderen Nicht-EU-Länder und die Bedingungen dort müssen dringend überprüft werden. Seit Jahren dokumentieren wir z. B., wie die Tiere auf den Transporten in Richtung Türkei und Marokko leiden müssen. Wir hoffen, dass die zuständigen Behörden auch die weiteren Schritte gehen werden.

Projektleitung:
Julia Havenstein

Unsere Einsätze für die Tiere auf den langen Exportrouten

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